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Schritt für Schritt: Wie entsteht Honig?

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Die Entstehung von Honig ist ein komplexer Prozess. Er erfordert ganzen Körpereinsatz der Bienen. 200 Blüten muss die Biene im Schnitt besuchen, bis sie mit gefülltem Magen zum Bienenstock zurückfliegt. Dabei saugt sie den Nektar mit ihrem Rüssel auf. Aber damit ist die Entstehung längst noch nicht beendet. Die einzelnen Schritte bis zur Ernte des goldenen Saftes durch den Imker unterstreichen einmal mehr die Magie der Natur und wie kleinste Geschöpfe aus Rohstoffen Besonderes erschaffen.

Von der Biene bis zum Honig - in 5 Schritten erklärt

Wir zeigen euch in diesem Beitrag anhand von 5 Schritten, wie der Honig bis in die Waben gelangt und wie intensiv und höchst aufmerksam die Bienen die verschiedenen Ebenen der Honigproduktion durchlaufen. Es liest sich fast so, als wären echte Chemiker am Werk, die mit voller Motivation und Leidenschaft Honig kreieren. Dabei muss der Honig in den einzelnen Stufen strenge Qualitätsmerkmale erfüllen.

Biene sammelt den Nektar an einer Blüte

Schritt 1: Blütennektar und Pollen werden eingesammelt und in “Honigblase” aufgenommen

Jeder Bienenstock beherbergt durchschnittlich 30.000 bis 40.000 Bienen. Der Honig wird von den Arbeiterinnen erzeugt, die den größten Teil des Volkes ausmachen. Diese legen täglich große Distanzen zurück, um etliche Blüten anzufliegen. Dort angekommen nehmen sie den Nektar auf und speichern ihn in einer Art Kropf, der sich direkt beim Magen befindet. Diesen Kropf nennt man in der Wissenschaft auch “Honigblase”. In der Honigblase verwandeln ihn die Bienen durch Enzyme in ein Gemisch aus Trauben- und Fruchtzucker. Dieser Prozess ist ein wichtiger Schritt hin zur Reifung des Honigs und legt hier bereits den Grundstein für das Endprodukt. Beladen mit jeder Menge Nektar fliegen die Bienen auf direktem Weg zum Bienenstock. Dabei gelangt der Blütenstaub auch in den Bienenstock. Er bleibt an den Beinhaaren der Bienen hängen.

Schritt 2: “Honigblase” wird im Bienenstock entleert und das Sammelgut weitergegeben

Die Bienen kommen mit gefülltem “Honigmagen” im Bienenstock an. Alles, was sie gesammelt und mit Enzymen versetzt haben, würgen sie hervor. Die Stockbienen stehen schon bereit, um das Sammelgut in ihre Honigblase aufzunehmen. Die Stockbienen geben das Sammelgut auch untereinander weiter. Hier können sogar teilweise Drohnen miteinbezogen werden. Es entsteht eine sogenannte Futterkette. Die Anzahl der beteiligten Bienen und die Geschwindigkeit der Weitergabe beeinflusst den Fermentgehalt des Honigs. Honig aus Massentrachten wird schneller in den Waben eingelagert, ist daher fermentschwächer und nicht so nährstoffreich wie naturbelassener Honig von entspannten Bienenvölkern.

Good to know: Was ist Fermentation?

Einfach erklärt ist Fermentation die chemische Umwandlung von Stoffen durch Bakterien und Enzyme. Die Bakterien verdauen bei der Fermentation etwas vor. So wie die Bienen das Sammelgut der Blüten. Was erstmal unappetitlich klingt, ist sehr nützlich: Rohe Zutaten werden bekömmlicher, geschmacklich intensiver und zudem länger haltbar. Dieses Verfahren ist seit Jahrtausenden bekannt und wird auch in der Lebensmittelindustrie angewendet, um Nahrungsmittel aromatischer zu machen.

Schritt 3: Bienen lüften den Honigblaseninhalt, um den Honig dicker werden zu lassen

Die Stockbienen sind nun also mit dem Sammelgut beschäftigt und haben es aufgenommen. Das Sammelgut besteht aus wasserreichen, zuckerhaltigen Rohstoffen. Um das Sammelgut über eine lange Zeit haltbar zu machen, muss es eingedickt werden. Die Bienen pumpen daher den Inhalt ihrer Honigblase heraus, setzen ihn an der Unterseite ihres Rüssels in Tropfen der warmen, trockenen Luft im Bienenstock aus und saugen ihn dann wieder ein. Man bezeichnet diesen Vorgang in der Wissenschaft auch als “Lüften des Honigblaseninhaltes”. Dieser Vorgang wird öfter wiederholt, bis das Sammelgut die gewünschte Konsistenz und damit auch entsprechende Haltbarkeit erreicht.

Bienen im Bienenstock und Imker Manolis Chaniotakis

Schritt 4: Der halbreife Honig wird in den Waben eingelagert

Der halbreife Honig wird zunächst in kleinen Tröpfchen oder als dünner Film an den Zellwänden oder am Zellenboden abgelagert. Entscheidend ist bei der Wahl die Temperatur. Die Bienen wählen vor allem Zellen im Brutnestbereich, weil hier optimale Temperaturen vorherrschen. Im trockenen, warmen Luftstrom verdunstet das überschüssige Wasser aus dem halbreifen Honig. Solange bis ein Wassergehalt von 20 % und weniger erreicht ist. Studien haben gezeigt, dass vor allem mangelnde Ventilation im Bienenstock den Reifeprozess des Honigs verzögern kann. Im Verlaufe dieses Prozesses unterliegt der Honig natürlich auch weiterhin chemischen Veränderungen. Das ist beispielsweise auf die nachhaltige Fermentwirkung der Bienensekrete zurückzuführen.

Ausnahmesituation: Was passiert bei zu hohem Wassergehalt des Honigs? 💧

Selten kommt es im ökologischen Umfeld vor, dass Bienen unreifen Honig mit Wassergehalten von 20 % und mehr in Waben verdeckeln. Aufgrund dessen beginnt es früher oder später zu gären, was problematisch für Bienen und Imker werden kann. Bei einem hohen Wassergehalt können sich Mikroorganismen gut vermehren, der Zucker konserviert hingegen. Die Bienen schützen ihre Vorräte, indem sie sie effizient trocknen. Ist dies nicht möglich, kann Honig mit zu hohem Wassergehalt also auch zur Gefahr für das Bienenvolk werden. Solche Schwierigkeiten kommen insbesondere bei Massentrachten im industriellen Umfeld vor. Oftmals muss der Honig dann im Nachgang manipuliert werden, um verkauft werden zu können. Gesunde Nährstoffe: Fehlanzeige!

Schritt 5: Der Honig wird erneut umgelagert und die Zellen mit Wachs verschlossen

Wenn der Honig endlich reif ist, wird er von den Bienen erneut in andere Zellen umgelagert. Die neuen Zellen werden komplett aufgefüllt und mit einem fast vollständig luft- und wasserundurchlässigen Wachsdeckel verschlossen, um eine nachträgliche Wasseraufnahme zu verhindern. Das verwendete frische Wachs stammt hauptsächlich von den Wachsdrüsen der Jungbienen. Es ist überwiegend von blaßgelber bis weißer Farbe. Die Zelldeckel aus Wachs sind meist leicht nach außen gewölbt. Manchmal wird auch Altwachs hierfür verwendet, was, ähnlich dem Wachs einer Brutwabe, gelblich bis bräunlich in der Farbe ist. Für Laien sind diese Ausnahmen kaum von eigentlichen Brutwaben zu unterscheiden. Verdeckelter Honig gilt beim Imker als reif und kann daher geschleudert werden.

Ein echter Marathon für die Bienen

Du siehst, die Entstehung des Honigs ist ein echter Marathon für die Bienen. Jeder einzelne Teilschritt trägt zur Qualität des Honigs bei, deswegen ist es umso wichtiger, dass Imker nicht in die Natur eingreifen. Honig darf nur in reifem Zustand geschleudert werden, also dann wenn die fleißigen Bienen ihre Arbeit abgeschlossen haben. Das wichtigste Kriterium ist hierbei der Wassergehalt, an dem die Bienen in der Herstellung mühsam arbeiten.

Biologen bestätigen: Griechischer Honig ist einer der besten der Welt

Aufgrund des gelebten Respekts vor der Umwelt und ihren Bewohnern sowie der reichsten Flora im Mittelmeerraum gehört griechischer Honig zu den besten der Welt. Die Bienen haben die Möglichkeit, Tausende von Kräuter-, Blumen- und Nadelbaumarten zu besuchen und deren Nektar und Pollen zu sammeln. Imker verändern je nach Blütezeit den Standort der Bienenstöcke, sodass den Bienen im Frühling, Sommer und Herbst unterschiedliche, reichhaltige Blüten zur Verfügung stehen. Im Sommer werden die Bienenstöcke zum Beispiel in Meeresnähe gebracht, um dort Thymianblüten anzufliegen. Daher rührt auch die immense geschmackliche Vielfalt des griechischen Honigs.

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